Vor gut eineinhalb Jahren haben wir uns mit blitzbringer für das Andersgründer-Programm im Social Impact Lab Frankfurt beworben. Fester Bestandteil des Programms ist ein Platz im Coworking-Space des Social Impact Lab. Ein Einblick aus der Perpektive von blitzbringer Gründer Florian.

Coworking – wie es dich weiterbringen kann

Vorab sei erwähnt, dass ich vor der Teilnahme im Andersgründer-Programm in verschiedenen kleinen und großen Unternehmen gearbeitet habe. Weit ab von der Startup- und Coworking-Welt. Auch aktuell bin ich noch hin und wieder als Freiberufler in großen Unternehmen unterwegs und sehe daher immer wieder wie es dort abläuft.

Coworking arbeiten
Vorteile von Coworking

Was ist also anders beim Coworking? Was beeinflusst das Arbeiten positiv?

Nach der Aufnahme in das Andersgründer-Programm durften wir sofort in das Social Impact Lab einziehen. Riesiges Büro, Glastüren und große Fenster. Ein Sofa, eine offene Küche, Besprechungsräume, kleine abgetrennte Bereiche für Telefonate. Schreibtische kreuz und quer verteilt. So sah es am Anfang aus. Kurzum, eine Arbeitsatmosphäre, in der ich mich wohlfühle, weil sie das freie Denken beflügelt und weil die Räumlichkeiten an sich schon das Gefühl vermitteln, Grenzen aufzubrechen. Ich erlebe gleichermaßen ein gemütliches und entspanntes Arbeiten, als auch die Möglichkeit mich zur konzentrierten Arbeit zurückziehen zu können. Selbst wenn ich an einem Schreibtisch im offenen Raum sitze und Leute um mich herumlaufen, kann ich fokussiert arbeiten und die unvermeidbare Ablenkung einfach ausblenden. Ich befinde mich sozusagen im „flow“.

Vielleicht mögen Psychologen sagen, dass ich den flow auch in einem großen Unternehmen und in anderen Tätigkeiten erreichen kann – mit Sicherheit ist da was dran. Meiner Erfahrung nach muss für den flow aber alles passen und dazu gehört auch das Arbeitsumfeld an sich. In dieser Form habe ich den flow allerdings noch bei keinem anderen Unternehmen (in meinem vorherigen Tätigkeitsfeld) erlebt.

Woher kommt die Inspiration? Warum knistert es?

Auch das Social Impact Lab hat sich im Laufe der Zeit entwickelt: Es hat sich gefüllt. Waren wir zu Beginn häufig eine Handvoll Teilnehmer, so ist nun eigentlich immer reges Treiben im „Labor für Sozialunternehmer“. Es haben sich nicht nur Sozialunternehmer eingemietet, sondern das Labor hat sich mit den verschiedensten Leuten gefüllt. Neben dem Andersgründer Programm gibt es auch noch die Chancennutzer, bei dem junge Menschen mit Migrationshintergrund gefördert werden. Das hat dazu geführt, dass der Mix im Social Impact Lab noch bunter geworden ist.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist der Blick über den Tellerrand beim gemeinsamen Frühstück oder Kochaktionen unausweichlich. Immer wieder kommen neue Leute ins Lab und bringen neue Ideen, Anregungen und Sichtweisen mit. Der Inspirations-Funke wartet nur darauf überspringen zu können. Seitdem ich im Lab bin, habe ich es noch nie erlebt, dass mir wer eine Frage nicht beantwortet hat, mich vertröstet oder mir keine Hilfe angeboten hat. Dadurch wächst natürlich auch die Motivation den anderen zu helfen, sich Zeit für ihre Fragen zu nehmen und einfach mal über etwas anderes nachzudenken als das eigene „baby“. Die eigenen Tiefs werden durch die Erfolge der anderen ausgeglichen und umgekehrt.

Warum es nicht schlimm ist ein Spinner zu sein

Um eingefahrene Strukturen aufbrechen zu können, erfordert es ein gewisses Maß an Spinnerei. Auf der einen Seite die verrückte Spinnerei, um überhaupt auf Ideen zu kommen, wie man etwas Neues entwickeln kann und auf der anderen Seite das „Fäden spinnen“, um ein Netz(werk) aufbauen zu können. Denn eins ist klar: Alleine geht gar nichts oder genau genommen nur das, was man alleine auch wirklich schafft. Aus meiner Sicht ist der wichtigste Punkt im Coworking, dass genau das (Spinnen) mehr oder weniger automatisch erfolgt, außer natürlich, wenn man sich dagegen wehrt.  Dann ist man allerdings in einem Coworking-Space auch nicht besonders gut aufgehoben.

Um nochmal einen Vergleich zu einem großen Unternehmen zu ziehen: Meine Erfahrung ist, dass dort jeder seiner Tätigkeit nachgeht, ohne besonders viel Austausch mit den Kollegen zu pflegen. Denn selbst wenn das Interesse da ist, fehlt häufig auf Grund von überbürokratisierten Abläufen die Zeit. Dieser Sachverhalt, kombiniert mit dem Bewusstsein, interne Prozesse befolgen zu müssen, ist ein Produktivitäts- und Kreativitätskiller. Die Pflichterfüllung rutscht in den Vordergund. Ein Spinner möchte niemand sein – außer es ist erlaubt. Aber wo ist es das? Im Coworking.